Newsletter Nr. 14, Juni/Juli 2024: Petershof in Köln und Giller Höfe in Rommerskirchen

Liebe Wohnprojektinteressierte, 
liebe Freundinnen und Freunde des gemeinschaftlichen Wohnens

bevor sich die MitStadtZentrale in die Sommerpause verabschiedet, laden wir Euch ein, uns beim NRW-Tag und dem Deutzer Hafentag an unseren Ständen persönlich zu treffen. Im Herbst stellen wir Euch beim Themenabend am 10.10. das Grundstück Am Poller Damm vor, das zum Jahresende für gemeinschaftliches Wohnbauprojekte ausgeschrieben wird. Am 30.9. könnt Ihr Euch auf einen Abend mit einem Überraschungsgast freuen.

Aus der "weiten" Welt:

Neue Wohnungsgemeinnützigkeit kam über Nacht: Mit dem Kabinettsbeschluss zum Jahressteuergesetz am 4.6.2024 war sie plötzlich da. Nach langen Diskussionen, die samt Historie der Wohnungsgemeinnützigkeit in der Zeitung Freihaus Nr. 27 dokumentiert sind, soll es nun eine Variante richten, die eigentlich nicht geplant war.

So wichtig bezahlbarer Wohnraum ist, sind sich selbst Fachleute uneins, ob das auf diesem Weg effektiv zu erreichen ist. Als Bestandteil der Abgabenordnung, die meist nur im Zusammenhang mit der Gemeinnützigkeit von Vereinen bekannt ist, soll nun das komplexe Marktgeschehen im Wohnungsmarkt reformiert werden.

Ein kleines Bonmot aus der Begründung: Es sollen 60% der Haushalte potenziell davon profitieren, gleichzeitig ist der Grund die Unterstützung „Bedürftiger“, wie es im Gesetz heißt. Es sind also nun 60% der Haushalte in Wohnungsfragen bedürftig!

Genossenschaften sollen bald digital gegründet werden: Ohne Frage ist die Gründung einer Genossenschaft Aufwand, jedoch zum Schutz ihrer Mitglieder. Denn als Rechtsform, die es insbesondere Laien ermöglichen soll, sich gegenseitig wirtschaftlich zu stärken, ist die Aufsicht durch den Prüfverband lästig, aber nicht ganz ohne Grund eingeführt worden. Nun hat der Justizminister einer Initiative gestartet, die Gründung digital zu ermöglichen und damit, so der Plan, zu vereinfachen.

Die eG spielt für viele Bereiche solidarischen Wirtschaftens eine wichtige Rolle und Unterstützung ist willkommen, doch wäre den meisten Gründer:innen mit anderen Instrumenten, wie Beratungsförderungen (die gibt es in NRW für Wohnprojekte) und Wohnen+ Projekten mit bezahlbaren Grundstücken mehr gedient.

Die MitStadtZentrale wünscht Euch einen schönen Sommer – mit oder ohne Fußball ...

Neuerungen auf unserer Webseite

Ganz frisch gibt es jetzt eine eigene Rubrik "Konzeptverfahren". Hier findet Ihr Informationen zum Ablauf und künftig auch zu aktuellen Grundstücksausschreibungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte.

Demnächst wird außerdem eine Mediathek an den Start gehen, in der Ihr Euch Vorträge und Aufzeichnungen von unseren Online-Veranstaltungen zum Thema gemeinschaftliche Wohnprojekte ansehen könnt.

In Rommerskirchen wurde ein Grundstück für Wohnprojekte vorgestellt: die "Giller Höfe"

Das Thema gemeinschaftliches Bauen und Wohnen ist inzwischen auch in kleineren Kommunen angekommen: Guido Esser, Projektleiter bei NRW.URBAN und Niklas Salzmann, Planungsamtsleiter der Gemeinde Rommerskirchen stellten am 28.5.2024 ein geplantes Konzeptverfahren im hdak-Kubus vor.

Rommerskirchen, 25-S-Bahn-Minuten vom Kölner Hauptbahnhof entfernt, plant ein zentral gelegenes neues Baugebiet. „Die heile Welt, direkt vor den Toren Kölns“ nennt Niklas Salzmann die „Giller Höfe“, die noch im Jahr 2024 in die Vermarktung gehen sollen. Das knapp 4.400 qm große Grundstück "Baufeld A" mit mindestens 12 möglichen Wohneinheiten in einem Wohnhof, neben Grünzug und Kita gelegen, soll zum Festpreis an eine Baugemeinschaft verkauft werden.

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Machbarschaft – Macht Mut!

Nach der Unterzeichnung der Erbbaurechtsvertrags geht es nun um Unterstützung

Wer einmal auf dem Gelände war, ahnt, wieviel Leidenschaft und Energie es braucht, um diesen Ort für das Gemeinwohl zu sichern. Der Vierkanthof mitten in Müngersdorf hat eine Magie und ist gleichzeitig nach jahrelanger Vernachlässigung eine große Baustelle.

Dennoch hat sich eine Gruppe von zivilgesellschaftlichen Enthusiast*innen und Macher*innen 2021 auf die Ausschreibung der Stadt um eine Erbbaurecht beworben, gewonnen und sich auf die große Reise gemacht.

Mit der Machbarschaft Köln eG wird der Petershof zu neuem Leben erweckt. Gemeinschaftliche Wohnkonzepte, Arbeitsorte für sozial-ökologische Unternehmen und soziokulturelle Räume sollen entstehen, ein Kooperationspartner entwickelt die KiTa am gleichen Standort.

Wer die Idee teilt, dass die Stadt von ihren Bürger*innen mitgestaltet werden soll, wer glaubt, dass es mehr Gemeinwohl in der Immobilienentwicklung braucht, oder wer sich mitten in Müngersdorf einen offenen Ort vorstellen mag, erhält hier die Möglichkeit sich am Projekt zu beteiligen.

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Termine und Veranstaltungen

In unserem Kalender finden sich zahlreiche interessante Veranstaltungen rund um gemeinschaftliches Bauen und Wohnen. 

 

4. Juli 19:30 - 21 Uhr

Infoabend: Soziokratie Trainerausbildung - online

 

12. - 14. Juli  17 Uhr 

Workshop Community Building in Bonn 

 

20. Juli 14-17 Uhr

Einführungs-Vortrag „PrymPark-kompakt“ mit Führung

 

17. und 18. August

NRW-Tag 2024 in Köln

 

1. September 15-17 Uhr

Info-Cafe: Nachbarschaftlich Wohnen Dormagen

 

2. September 19:30 - 21:30 Uhr

Aktuelle Beteiligungskultur – das Beispiel Köln-Kreuzfeld im Domforum Köln

 

Filmtipp  Sold City - Wenn Wohnen zur Ware wird - Teil 1 und 2

Dieser Dokumentarfilm, der viele Zuschauer:innen bislang bewegt hat, ist gleich mehrfach in Köln zu sehen:

Auftrag Südstadt eV und Lotta: Teile 1 und 2: Mittwoch, 3. Juli, 19 Uhr | Kino Odeon, Severinstraße

IGLU eV: Teil 1: Donnerstag, 4. Juli, 18:30 Uhr; Teil 2: Freitag, 12. Juli, 18 Uhr | Sudermannplatz 1

Der Verleih schreibt: „Sold City“, der neue Film in zwei Teilen von Leslie Franke und Herdolor Lorenz („Wer rettet wen?“, „Der marktgerechte Patient“, „Der marktgerechte Mensch“) zeigt, wie der Immobilienboom in Deutschland entstanden ist, wie die Betroffenen ihn erleben und wie wir uns wehren können.

Medientipps

"Wohnlage" und "Wohnprojekte im Gespräch"  Warum gemeinschaftliches Wohnen für alle Altersgruppen gut ist, kann man regelmäßig bei Chrismon in der Kolumne "Wohnlage" von Dorothea Heintze nachlesen. Im aktuellen Artikel geht es in einem Interview mit der Wohnforscherin Christine Hannemann um das Wohnen im Alter.  -  Eine lange Version findet Ihr im aktuellen Podcast "Wohnprojekte im Gespräch", das monatlich interessante Interviews veröffentlicht.

ARD-Mediathek: Nicht Mieten, nicht kaufen – was neue Wohnmodelle bringen  Vom kollektiven Besitz und niedrigen Mieten

Woran scheitern Wohnprojekte? Antworten auf diese Frage sucht Dr. Anna Niedermeier in ihrer Podcast Reihe.

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