Inklusiv wohnen – ein Baustein für Ehrenfeld

Gastbeitrag von Birgit Jendro, INSgesamt e.V. , Netzwerk für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen

INSgesamt plant 15 Wohnungen in Ehrenfeld

Wie kann Architektur dazu beitragen, dass Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich zusammenleben und ein Wohnhaus Teil des Quartiers wird? Mit diesen Fragen entwickelt INSgesamt e. V. ein konkretes Wohnprojekt mit 15 Wohneinheiten, Gemeinschaftsflächen und 100 Prozent gefördertem Wohnraum mitten in Ehrenfeld. Das Grundstück ist reserviert, Gespräche mit der Stadt Köln zur Wohnraumförderung, dem Paritätischen und verschiedenen Stiftungen laufen.

Acht der fünfzehn Wohneinheiten sind für Menschen mit Behinderung geplant, die anderen für Studierende. Unterschiedliche Wohnformen, darunter WG- und Clusterstrukturen, verbinden individuelles Wohnen mit gemeinschaftlichen Bereichen.

Die Gemeinschaftsflächen sollen sich bewusst zum Quartier öffnen: für Begegnung, Aktivitäten, Bildung, Austausch und nachbarschaftliches Miteinander. So sollen Menschen mit Förderbedarf sichtbar sein, selbstverständlich am öffentlichen Leben teilhaben und nicht in separaten Strukturen leben. Das Projekt versteht sich als Baustein inklusiver Quartiersentwicklung: Ein Haus, das Wohnraum bietet, Gemeinschaft ermöglicht und Bewohner*innen mit der Nachbarschaft verbindet.

Die zukünftigen Bewohner*innen werden bereits in die Entwicklung einbezogen. In Workshops formulierten Jugendliche des Vereins ihre Wünsche: Wie möchten sie wohnen? Was brauchen sie für ein selbstbestimmtes Leben? Welche Räume wünschen sie sich für Gemeinschaft?

Wie sich diese Idee anfühlen kann, zeigte die Veranstaltung von INSgesamt e. V. in der BüZe Ehrenfeld: Rund 140 Menschen mit und ohne Behinderung kamen zusammen, tanzten und verbrachten gemeinsam einen Nachmittag. Nun geht es darum, aus diesen Begegnungen dauerhafte Räume für Teilhabe und Nachbarschaft zu schaffen.

Mitmachen, mitgestalten und spenden

Damit aus der Planung Wirklichkeit wird, freut sich INSgesamt e. V. über Menschen, die sich mit ihren Ideen, ihrem Wissen, ihrer Zeit oder ihren Kontakten einbringen möchten. Spenden werden weiterhin für die Architekturplanung benötigt, um die nächsten Schritte zum inklusiven Wohnprojekt zu finanzieren: Ein Haus mitten in Ehrenfeld. 15 Wohnungen. Gemeinschaft statt Abgrenzung. Und 100 Prozent geförderter Wohnraum als Grundlage für gelebte Inklusion.

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