Otto + Langen – Quartier gemeinwohlorientiert entwickeln

Otto+Langen-Quartier im Mülheimer Süden

Wie kann das Otto + Langen – Quartier gemeinwohlorientiert entwickelt werden? Das fragte der BDA am 23.02.26 im Domforum. Der Saal war brechend voll, das Thema interessiert nicht nur Planer:innen. Unter dem Titel “Industriekultur neu gedacht! Chancen für das Otto-Langen-Quartier” plädierten Kölner Politiker:innen und Mitglieder der ortsansässigen Inititiativen dafür, die Chance nicht zu verspielen, das Herzstück des sog. “Mülheimer Südens” zu einem wirklich lebendigen und gemischten Quartier zu entwickeln. Wie das nicht geht, kann man auf den umliegenden Arealen besichtigen, provokant “Straße der Spekulanten” genannt.

Otto+Langen-Quartier Zanders-Gelände

Zanders-Gelände als Beispiel?

Udo Krause und Milan Prinz von der städtischen Projektgruppe Zanders aus Bergisch Gladbach präsentierten eindrucksvoll ihre Ideen, wie das 37 ha große Areal Schritt für Schritt in den nächsten 20 Jahren entwickelt werden soll: Mit Rücksicht und möglichst unter Verwendung der Bestandsbauten, ob denkmalgeschützt oder nicht, mit Offenheit für zukünftige Entwicklungen und gemeinsam mit den Bürger:innen, die sich das Gelände mehr und mehr aneignen. Unterstützt werden sie dabei von einer breiten politischen Mehrheit.

Die Politik ist gefragt

Nach einem glücklicherweise gescheiterten Bieterverfahren soll das Landesgrundstück nun doch an die Stadt Köln gehen. Damit bietet sich die Chance für eine gemeinwohlorientierte Entwicklung, die auch die “Stadtrendite” berücksichtigt, also die Qualitäten, die rein marktgetriebene Entwicklungen nicht schaffen können. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Grundstückspreis, den die Stadt Köln zu zahlen hat, nicht so hoch angesetzt wird, dass eine gemeinwohlorientierte Entwicklung gar nicht mehr möglich ist. Hier ist die Politik gefragt, die richtigen Vorgaben zu machen, auf deren Basis der Gutachterausschuss das Grundstück bewertet.

Was ist eine gemeinwohlorientierte Entwicklung?

Außerdem wird zu diskutieren sein, was eine gemeinwohlorientierte Entwicklung denn sei. Schaut man sich bei vergleichbaren Projekten um – genannt wurden das Haus der Statistik in Berlin und das Züricher Hunziker-Areal – lässt sich viel lernen: Die kleinteilige Mischung von Wohnen, Kultur und sozialen Nutzungen bei bezahlbaren Mietpreisen macht ein Quartier lebendig und für alle sozialen Schichten nutzbar. Eine Vielfalt von Entwicklern, wie junge und Traditions-Genossenschaften sorgen für bezahlbares und innovatives Bauen. Soziale Träger können besondere inklusive Wohnformen anbieten. Kulturelle Projekte ziehen Alt und Jung an. Kleingewerbe sorgt für den täglichen Bedarf im Quartier. Voraussetzung für all das ist aber ein leistbarer Grundstückspreis.

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