Besser wohnen. Besser gemeinschaftlich.
Gastbeitrag von Brunni Beth, LemAn e.V.
LemAn e.V. und Madaus Gartenland – eine Chance für neue Wohnformen und ein lebendiges Veedel
Mit der Vorstellung des Siegerentwurfs für das Madaus Gartenland am 25. September 2026 ist die Entwicklung des neuen Quartiers der GAG Immobilien AG in Köln-Neubrück einen wichtigen Schritt weitergekommen.
Für LemAn e.V. – Leben mit Anderen war dieser Abend ein besonderer Moment: Im geplanten Quartier mit rund 750 Wohnungen soll auch gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen seinen Platz finden. Unser Verein ist als Wohnprojekt Teil dieser Planungen. Darüber freuen wir uns sehr.
Wir sehen darin eine große Chance: für Menschen, die gemeinschaftlich zur Miete wohnen möchten, für ein Miteinander unterschiedlicher Generationen und für eine gute Verbindung mit dem bestehenden Veedel.

Gemeinsam mit der GAG planen
Die frühzeitige Zusammenarbeit mit der GAG ist für uns besonders wertvoll. Gemeinsam können wir entwickeln, was unser Wohnprojekt braucht: eigenständige Wohnungen, gemeinschaftlich genutzte Räume und Möglichkeiten zur Mitgestaltung und Selbstorganisation.
Dabei sind verlässliche Rahmenbedingungen und Entscheidungsfreiräume für unsere künftige Wohngemeinschaft wichtig. Wie diese konkret ausgestaltet werden, wird Teil der weiteren Gespräche sein.
Unser Ziel ist gemeinschaftliches Wohnen zur Miete. Denn gemeinschaftliche Wohnformen sollen nicht nur Menschen offenstehen, die Wohneigentum erwerben oder viel Eigenkapital einbringen können.
Mehr als neue Wohnungen – Siegerentwurf von Lorenzen Mayer Architekten
Köln braucht dringend bezahlbaren Wohnraum und unterschiedliche Wohnformen. Das wurde im Qualifizierungsverfahren zum geplanten Gebiet von vielen Seiten unterstrichen. Gleichzeitig brauchen unsere Veedel mehr Gemeinschaft und gute Nachbarschaften.
Der Siegerentwurf von Lorenzen Mayer Architekten bietet dafür gute Voraussetzungen: Neben gemeinschaftlichen Wohnprojekten und Mehrgenerationenwohnen sind Grün- und Freiräume, Begegnungsmöglichkeiten und soziale Infrastruktur vorgesehen, darunter Pflegeangebote und Kitas. Auch Klima- und Umweltbelange spielen eine wichtige Rolle.
Ein neues Quartier mit rund 750 Wohnungen verändert sein Umfeld. Fragen nach Verkehr, Nahversorgung, Freiflächen und einer guten Anbindung an das bestehende Neubrück müssen deshalb weiter bearbeitet werden. Entscheidend ist nun, wie die Ideen konkret weiterentwickelt und umgesetzt werden.
Gemeinschaft leben – offen ins Veedel
LemAn möchte im Madaus Gartenland ein Wohnprojekt für unterschiedliche Menschen, Generationen und Lebensformen realisieren: für Familien, Paare und Alleinlebende, für jüngere und ältere Menschen.
Wir möchten selbstständig wohnen und zugleich Gemeinschaft leben – mit Begegnung, gemeinsamen Aktivitäten und gegenseitiger Unterstützung. Dabei geht es nicht darum, alles gemeinsam zu machen oder professionelle Hilfen zu ersetzen. Vielmehr möchten wir einander kennen, aufmerksam sein und Verantwortung für ein gutes Miteinander übernehmen.
Unser Wohnprojekt soll keine Insel sein. Wir möchten uns mit der Nachbarschaft, mit Vereinen, Initiativen und sozialen Einrichtungen in Neubrück verbinden. Welche gemeinsamen Aktivitäten und Möglichkeiten der Unterstützung daraus entstehen können, möchten wir im Austausch miteinander herausfinden.

Unterschiedliche Perspektiven gehören dazu
Die Entwicklung des Madaus Gartenlands wird kontrovers diskutiert. Einwände und kritische Fragen sind wichtig und müssen ihren Platz haben. Gleichzeitig muss auch der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum und neuen Wohnformen gehört werden – eine Perspektive, die in der öffentlichen Diskussion nicht immer gleichermaßen sichtbar ist.
Einige unserer Mitglieder haben erlebt, wie schwierig es sein kann, sich in einer aufgeheizten Atmosphäre überhaupt zu Wort zu melden. Deshalb wünschen wir uns mit den Beteiligungsformaten, die selbstverständlich Raum für unterschiedliche Positionen bieten, vor allem auch einen respektvollen Umgang miteinander. Wie wichtig dieser ist, hob auch Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer beim Rückblick auf das Qualifizierungsverfahren hervor.
Umso erfreulicher war es, dass bei der Vorstellung des Siegerentwurfs der Austausch über das „Wie“ im Mittelpunkt stehen konnte. Auch LemAn konnte seine Perspektive im Stuhlkreis – neudeutsch: in der Fishbowl-Runde – einbringen.
Der Siegerentwurf ist dabei eine Grundlage für die weitere Planung, noch kein fertiges Quartier. Wir freuen uns, diesen Weg gemeinsam mit der GAG und den weiteren Beteiligten konstruktiv mitzugestalten.

Alle Fotos: LemAn
Gemeinschaft beginnt schon heute
Gemeinschaft beginnt für uns nicht erst mit dem Einzug, sondern schon heute: beim gemeinsamen Planen, Diskutieren und Entscheiden. Unsere Grundidee ist, selbstständig und gemeinschaftlich zu wohnen, offen zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen und Verantwortung für ein gutes Miteinander zu übernehmen.
Wer gemeinschaftliches Wohnen mitgestalten und LemAn kennenlernen möchte, ist herzlich willkommen.
Informationen und Kontakt gibt es auf unserer Website: www.leman.koeln.
Weitere Eindrücke von der Vorstellung des Siegerentwurfs bietet der Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger.
Brunni Beth, LemAn e.V. – Leben mit Anderen
